Die folgenden Artikel stammen aus münsteraner Lokalzeitungen und Magazinen und beschreiben das Projekt der Grundschule Berg Fidel und die Arbeit des Redaktionsteams, das den Inhalt der Schülerzeitung maßgeblich gestaltet.

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Artikelübersicht

Online-Bericht über die Bergzwerge (2004)
Interkulturelles Jugendfest (2002)
Interview mit amnesty international (1999)
Zeitungserstellung (1997)
Projekterfolg (1996)
Schulfest (1984)


Die Online-Zeitung „Die Gegenwart“ hat im Dezember 2004 einen Artikel über die Bergzwerge-AG geschrieben, den du unter folgender Adresse aufrufen kannst:
http://www.neuegegenwart.de/ausgabe41/bergzwerge.htm

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Erschienen am 24. April 2002 in den „Westfälischen Nachrichten“:

Auf den Punkt gebracht: „Wir sind Kinder einer Welt“
Erstes interkulturelles Jugendfest in der Geistschule
Von Maria Meik

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Mit flotten Vorführungen erfreuten Kinder und Jugendliche aus elf Schulen das Publikum beim ersten interkulturellen Kinder- und Jugendfest. Foto: Oliver Werner
Münster. Der siebenjährige Koreaner Jihun ist ein Redakteur der pfiffigen Sorte. Er verstand es gestern hervorragend, die 24. Ausgabe der „Bergzwerge“ anzupreisen. Jihun zählt zu den rasenden Reportern der Grundschule Berg Fidel und somit zu einer AG, die alle drei Monate eine lustige Kinderzeitung erstellt. „Mit 60 Cent sind Sie dabei und helfen damit blinden Kindern in Bangladesh“, brachte er das Produkt unters Volk. Und das war gestern bunt gemischt in der Aula der Geistschule, in der ein interkultureller Geist wehte.
Ihre türkischen Trachten zurecht zupfend, wartete die zweite Klasse der Hermann-Schule aufgeregt auf ihren Bühneneinsatz. Die achtjährige Yonca freute sich mit ihren Klassenkameraden auf den Auftritt, für den es kräftig Applaus gab.
400 junge Leute aus Münsters Schulen amüsierten sich beim ersten interkulturellen Kinder- und Jugendfest. Hinzu gesellten sich Eltern und Lehrer, die das vielseitige Programm verfolgten. Folklore, Rübeziehen, Zirkusnummern mit einem ganz schlauen Elefanten und „Muckimann“ Marcellino, das Mitmach-Lied „Wir sind Kinder einer Welt“, Poptanz, Breakdance, russische Lieder, Märchen, Popsongs und Bauchtanz wechselten sich ab.
Am Ende war die Premiere gelungen, die das lnformations- und Medienzentrum für Ausländer und Spätaussiedler (IMAS) eingefädelt hatte. Die Menschen verbindende Idee für dieses Fest hatten Thomas Michael Heitkämper, Koordinator für Ausländerfragen im Schulamt, und Leman Inan, die Türkisch unterrichtet. Beim Ablauf hatten sie alle Hände voll zu tun. Fleißig wurde koordiniert und fotografiert.
Die einzelnen Schulen aller Schultypen brachten Kuchen mit, Kaffee und Getränke schenkten Gabriele Meinersmann, Sekretärin beim IMAS, und Yasemin Inan, Schülerin des Hittorf-Gymnasiums, aus. Unicef war mit einem Friedensquiz vertreten. Am Ende des Festes waren es ganz viele Friedensschritte, die an eine Stellwand geheftet wurden.

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Erschienen am 28. November 1999 in dem Magazin „MORITZ“:

Kinder interviewen amnesty international

Die Kinder der Klasse 4/3 aus der Grundschule Berg Fidel haben anlässlich des Weltkindertages für ihre Schülerzeitung „Bergzwerge“ selbstständig ein Interview mit Axel Bley von amnesty international (ai) gemacht. Wir freuen uns darüber, dass MORITZ von den „Bergzwergen“ und ihrem Lehrer Dr. Reinhard Stähling „das Abdruckrecht“ erhalten hat.
Vielen Dank!

Bergzwerge: Wie lange gibt es ai?
ai: 50 Jahre.
Bergzwerge: Kann jeder bei ai mitmachen?
ai: Ja, jeder Erwachsene, der will.

Wieso müssen Kinder arbeiten?
ai: Die Kinder müssen häufig dann arbeiten, wenn es den Eltern schlecht geht, oder wenn sie zu wenig Geld haben. Oder es gibt manche Fälle, dass Eltern wollen, dass ihre Kinder arbeiten.
Bergzwerge: Wieso werden Kinder getötet, wenn sie nicht arbeiten?
ai: Die Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt sind für die Kinder sehr schlecht. Sie bekommen auch ganz wenig zu essen und zu trinken.
Sie werden auch gezwungen zu arbeiten. Und die Kinder wollen das nicht, deswegen werden sie manchmal getötet.

Warum kommen manche Kinder ins Gefängnis?
ai: Manchmal kommen die Kinder aus denselben Gründen wie die Erwachsenen ins Gefängnis, z.B. wenn sie demonstrieren. Manchmal werden Kinder als Geiseln benutzt, weil manche Leute an die Eltern rankommen wollen. Sie sagen: „Also, wenn du jetzt nicht das und das tust, dann behalten wir dein Kind.“
Bergzwerge: Helfen Sie den Kindern aus dem Gefängnis raus?
ai: Ja, wenn wir sehen, dass unschuldige Menschen in das Gefängnis gekommen sind, dann helfen wir ihnen rauszukommen.

Gibt es Menschen, die Kinder rauben?
ai: Die Sache gibt es sogar auch hier in Deutschland, dass manche Leute keine Kinder bekommen können, aber gerne welche wollen. Und die Kinder müssen ja irgendwo herkommen, meistens werden sie dann geraubt.
Bergzwerge: Wozu werden die geraubten Kinder benutzt?
ai: Erstens arbeiten die Kinder, und die zweite Möglichkeit ist, wie gesagt, dass manche Leute Kinder wollen, aber keine bekommen können, und dann kaufen sie sich halt welche.

Gibt es Kinder, die ganz wenig zu essen und zu trinken haben?
ai: Ja, es gibt ganz viele Kinder, die sich schlecht ernähren. Eigentlich gibt es auch reiche Leute, aber sie geben fast nichts ab. Das ist eine Frage der Politik, und das hängt von den Erwachsenen ab.
Bergzwerge: Wie überleben die Kinder, wenn sie sehr arm sind?
ai: Viele Kinder arbeiten auch, und es gibt Kinder, die Verbrechen begehen, zum Beispiel in Südamerika.
Bergzwerge: Womit ernähren sie sich dann?
ai: Die Kinder, die arm sind, essen dasselbe wie andere Menschen, aber meistens bekommen sie Brot. Sie essen weniger, als sie eigentlich essen müssten. Das Essen ist auch oft nicht besonders gesund. Wenig frisches Obst zum Beispiel.
Bergzwerge: Gibt es in anderen Ländern auch Kinderkrankenhäuser?
ai: Ich denke schon, dass es in anderen Ländern Kinderkrankenhäuser gibt. Eigentlich hat man ja meistens Kinderabteilungen.

Müssen Kinder auch als Sklaven arbeiten?
ai: Das gibt es auch manchmal in Indien, zum Beispiel ist es relativ häufig, dass die Eltern verschuldet sind. Dann wird ihr Kind mehr oder weniger verkauft, das heißt, die Kinder müssen bei demjenigen arbeiten, der sie gekauft hat. Und zwar für ganz wenig Geld. Und sie müssen ganz viel arbeiten. Die Kinder kauft man also aus ganz entfernten Ländern, wie gesagt, zum Beispiel in Indien.
Bergzwerge: Wozu werden sie als Sklaven benutzt?
ai: Ich denke die Sklaven sind die billigsten Arbeitskräfte, die es gibt. Denen muss man nur ein bisschen zu essen geben und vielleicht auch zu trinken, aber sie muss man nie bezahlen.

Gibt es viele kranke Kinder in Sri Lanka?
ai: Ich kenne mich in Sri Lanka jetzt nicht so geanu aus, aber in der Dritten Welt gibt es ganz viele kranke Kinder, bestimmt auch in Sri Lanka.
Bergzwerge: Warum gibt es da keine Ärzte?
ai: Es gibt in anderen Ländern bestimmt Ärzte, aber viele Länder sind sehr arm. Und wenn es keine rankenversicherung gibt, kann man sich eben keinen Arzt für die Kinder leisten.
Bergzwerge: Helft ihr jetzt auch Kindern in der Türkei?
ai: Die amnesty international ist eine Organisation, die sich um Menschenrechte kümmert, und nicht um Naturgewalten, wie das Rote Kreuz. Also, man kann nicht überall helfen.

Wie leben die Kinder in China?
ai: Ich glaube, in China ist es ziemlich unterschiedlich zwischen Land und Stadt. Sie haben ja auch ganz viele Leute, ungefähr eine Milliarde, das ist viel mehr als in Deutschland. Und es gibt da die Tendenz, dass man nur ein Kind haben soll, und diese Kinder fallen bei der Familie oft in den Mittelpunkt. Ich habe mal ein Foto gesehen, da war ein 1- bis 2jähriges Kind, das war ein ganz dickes Kind, weil es so stark gefüttert wird, und dann wird es auch dick. Das gibt es in China ganz häufig, weil es in China auch ganz viele Kinder gibt.
Bergzwerge: Sind die Kinder in Thailand sehr arm?
ai: Es gibt in Thailand sicher ganz viele arme Kinder.
Bergzwerge: Gibt es viele arme Kinder in Vietnam?
ai: Ja.
Bergzwerge: Gab es früher in Vietnam mal Krieg?
ai: Ja, und zwar einen Bürgerkrieg, nämlich von von 1965 bis 1975. Und da hat die USA mitgemischt. Es war ein sehr langer Krieg mit sehr vielen Opfern.
Bergzwerge: Vielen Dank für das Interview.
Die Interviewer waren Michael und Sujenth.

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Erschienen am 3. November 1997 in den „Westfälischen Nachrichten“:

Eine Augenoperation für 43 Hefte
„Bergzwerge“: Nachwuchsreporter aus Berg Fidel unterstützen Kinder in Bangladesch
Von Klaus Baumeister

Kreativität und journalistischer Fleiß im Dienst an der guten Sache: Regelmäßig erstellen die „Bergzwerge“ in Berg Fidel eine Schulzeitung. Der Erlös kommt einem Hilfsprojekt in Bangladesch zugute. Fotos (3): -kb-
Münster. Hochbetrieb in der Redaktionsstube: Rabea läuft an den Papierstapeln vorbei, nimmt sich jeweils ein Blatt und drückt das so entstandene Heft Maren in die Hand. Maren tackert die Seiten zusammen, damit Mylan, Dennis und andere fleißige Helfer die Titelseite bunt ausmalen können. Das ganze wiederholt sich gleich 120mal. So hoch ist jedenfalls die Auflage der „Bergzwerge“, deren zehnte Ausgabe unmittelbar vor ihrer Vollendung steht.
Ort des Geschehens: Raum 3 der Grundschule Berg Fidel. Hier trifft sich an jedem Montag nachmittag ein kleiner Kreis von sechs- bis zehnjährigen, sehr engagierten Nachwuchsjournalisten, der unter Federführung einer „Chefredakteurin“, der Lehramtsstudentin Tanja Rauhut, eine Schulzeitung erstellt. Das Heft findet bei Eltern und Mitschülern stets reißenden Absatz. Und alles für den guten Zweck: Denn der Erlös des 18 Seiten starken und 60 Pfennig teuren Werkes kommt dem Dritte-Welt-Projekt der Grundschule zugute: dem sogenannten „Eye-Camp“ in Bangladesch. Hierbei handelt es sich um ein Operationsteam, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, aufgrund von Fehlernährung erblindeten Kindern und Jugendlichen das Augenlicht wieder zu schenken. 26 Mark kostet jede Operation, für viele Menschen in Bangladesch ein Vermögen.
43 Hefte müssen die Berg Fideler Schüler verkaufen, um eine Operation zu finanzieren. Da ist Kreativität schon Ehrensache.
Raphael hat sich für Heft 10 eine Dino-Geschichte ausgedacht, Nils steuert ein Märchen bei, Ivo gibt ein Rezept für Schoko-Crossis zum Besten, Patrik berichtet von einem Brand auf einem Camping-Platz, und Frieda unterhält die Schule mit einem Preisrätsel, bei dem sogar ein Teddy zu gewinnen ist.
Bleibt noch nachzutragen, dass bereits 500 Kinder in Bangladesch ihr wiedergewonnenes Augenlicht dem Engagement der „Bergzwerge“ verdanken – und der Großzügigkeit vieler Eltern, die bei Schulfesten ihr Portemonnaie zückten.
Ganz nebenbei: Wem 60 Pfennig für das Heft zu wenig erscheinen, der darf auch gern mehr geben. Alles für den guten Zweck.

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Erschienen am 20. August 1996 in der „Münsterschen Zeitung“:

Dank aus Bangladesch für Spenden aus Berg Fidel

Münster-Berg Fidel. „Der Betrag von über 2000 DM, den ihr überwiesen habt, deckt fast die Kosten eines ganzen sogenannten ‚Eye-Camps‘ ab. Das heißt: für ein mobiles Augenbehandlungslager mit etwa 1000 Augenkranken, die zur Untersuchung und Behandlung kommen“, schrieb die Leiterin der Andheri-Blindenhilfe Bonn, Rosi Gollmann, dieser Tage den Kindern der Grundschule Berg Fidel.
Der Dank aus Bangladesch galt aber allen Gruppen, die sich beim 25jährigen Jubiläum in Berg Fidel für das Projekt der Grundschule stark gemacht hatten. Alle verzichteten auf Kostenerstattungen oder gar Honorare: der Spielmannszug der Schützen auf der Geist, der Planwagen, die Kontiki-Band, die Gruppen aus kirchlichen Kreisen, aus politischen Parteien, aus Kindergärten und Schule oder aus Nachbarschaften, alle hatten dem Vorschlag der Kinder zugestimmt, ihr Projekt zu unterstützen.
Der Festausschuss für das Stadtteiljubiläum gibt daher den Dank aus Bangladesch an alle Engagierten und die Bewohner des Stadtteils weiter mit den Worten Rosi Gollmanns und des Projektleiters aus Bangladesch, Dr. Husain: „So wird zur Freude über das Fest auch die Freude kommen im Wissen um diese große Hilfe, die durch euch möglich war“.
Sicherlich ein schönes Fazit für eine gelungene Jubiläumswoche.

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Erschienen am 9. Juli 1984 in der „Münsterschen Zeitung“ und den „Westfälischen Nachrichten“:

Hilfe für 40 Blinde
Schulfest-Erlös für Kinder in Bangladesch

Münster. Sehr stolz sind die Kinder der Grundschule Berg Fidel über den Erfolg ihres großen Schulfestes. Obwohl alle Spielaktivitäten jeweils nur 10 Pfennig kosteten, kam durch Basar, Versteigerung, Flohmarkt, „Türkische Stube“, „Café“ usw. so viel Geld zusammen, dass jede Klasse nahezu 100 DM für die Klassenkasse erhält. Weit über 1000 DM bleiben für die Aktion „Blindenheilung in Bangladesch“.
Auf Vorschlag einer dritten Klasse sollte der größte Teil des Schulfesterlöses erblindeten Jugendlichen wieder zu Augenlicht verhelfen. Der chirurgische Eingriff, die Kinder leiden am Grauen Star, kostet pro Kind nur 26 DM; für die armen Familien in Bangladesch ein unerschwinglicher Betrag. Diese 26 DM reichen aus, die nötigen Kosten für Medikamente, Instrumente, Arztgehalt und Brille zu finanzieren.
Durch direkten Kontakt zu einem Arzt in Bangladesch werden die Kinder der Schule Berg Fidel auch genau erfahren, in welchem Dorf „ihre“ über 40 blinden Jugendlichen sehend geworden sind. Einige Klassen haben dem Schulleiter bereits mitgeteilt, dass sie auf ihren Klassenanteil ganz oder teilweise verzichten wollen, um weitere Operationen zu ermöglichen.

Als weiteren wichtigen Erfolg des Schulfestes wertete der Schulleiter, Rektor Dr. Pollert, die aktive Beteiligung der ausländischen Familien. Während des Festes wurde spanische Paella gebacken, die „Türkische Stube“ fand regen Zulauf, und an der gemütlichen Gesprächsrunde der „Aktiven“ nach Abschluss des Festes nahmen die ausländischen Eltern teil.

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